HERZLICH WILLKOMMEN

Auf meiner Internetseite informiere ich in unregelmäßigen Abständen über meine Aktivitäten in der Kasseler Kommunalpolitik.

Ausfürhrliche und vollständige Informationen über das Engagement der Fraktion der Kasseler Linken finden Sie H I E R

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Keine Rüstungsproduktion in Kassel – kein Thema für’s Stadtparlament?

Drei Stunden dauerte in den 50iger Jahren die Debatte im Stadtparlament über die damals anstehende Stationierung von Soldaten in Kassel und auch über eine etwaige Rüstungsproduktion in der Stadt. Am vergangenen Montag war nach einer Stunde die Luft raus. Das lag nicht zuletzt an der großen Verweigerungs-Koalition aus FDPCDUSPD, die keinen kommunalen Bezug erkennen wollten in dem Antrag, den die Fraktion der Kasseler Linken gestellt hatte.

Aber von Anfang an. Die Fraktion Bündnis90/Die Grünen brachten einen Änderungsantrag ein, der erstens mögliche Initiativen der Belegschaft für eine Konversion der Produktion berücksichtigen wollte und ansonsten darauf angelegt war, eine breite Zustimmung zu ermöglichen. Ohne wenn und aber hat die Fraktion der Kasseler Linken diese Änderungsvorschläge übernommen.
Aber das nützte alles nichts. FDPSPDCDU hatten sich darauf fest gelegt, einen kommunalpolitischen Bezug zu negieren. Dies zu begründen wurde allerhand argumentative Gymnastik vorgeführt. Das Problem: noch selten waren so viele Menschen gekommen, um einer Debatte zu folgen. Allein daraus ließe sich über das Interesse, die Betroffenheit der Menschen eine kommunalpolitische Verantwortung schließen, machte Ruth Fürsch (B90/Die Grünen) sehr klug deutlich. Wie dann dagegen halten?
Man streue den Menschen Sand in die Augen, wenn das Stadtparlament hier Stellung beziehe“, fabulierte der SPD-Fraktionsvorsitzende. Die CDU, selber geübt und deswegen erfahren, geißelte den vermeintlichen Schaufensterantrag. Dass ihr eigener Fraktionsvorsitzender bei der Debatte in den 50igern Rüstungsproduktion in Kassel ausdrücklich abgelehnt hatte…..? Vergessen, verdrängt. Die wohl peinlichste Vorstellung lieferte eine Nachwuchskraft der SPD-Fraktion, als er die Zerstörung Kassels mehr dem Psychokrieg der Royal Air Force zuordnete, als der Bedeutung Kassels als Rüstungsstandort. Er hatte  nicht verstanden oder wollte nicht verstehen  (ich befürchte ein bißchen: er kann’s auch nicht), dass es gar nicht darum geht, in zukünftigen kriegerischen Auseinandersetzungen Kassel dadurch zu schützen, indem es hier keine Rüstungsproduktion mehr gäbe. Die Erfahrung der schlimmen Bombennächte verpflichtet uns zu einem historischen Bewusstsein hinsichtlich der Zerstörungskraft von Kriegswaffen. Daraus erfolgt die Verpflichtung, dafür Sorge zu tragen, dass in Kassel eben keine Waffen mehr produziert werden, die Tod und  Zerstörung in andere Teile der Welt tragen. Und genau, weil es zu diesem Verständnis nicht reichte, war die Argumentation dieses SPDlers verteufelt nah beim rechtsradikalen Duktus. Einem Duktus, der lieber über die Verbrechen der Alliierten lamentiert, als nach der eigenen Verantwortung und Konsequenz im Handeln zu fragen.

Was blieb war die namentliche Abstimmung, in der neben den Fraktionen von Bündins90/Die Grünen, der Kasseler Linken und den zwei Stadtverordneten der Piraten immerhin zwei Mitglieder der SPD-Fraktion (Judith Boczkowski und Dr. Bernd Hoppe) für den Antrag stimmten und sich ein SPDler (Harry Völler) enthielt. An den Reaktionen von Teilen der SPD-Fraktion wurde deutlich, dass auch fraktionsintern eine Abrüstungsdebatte bzw. Entmilitarisierung der Diskussionskultur gut tun könnte.

Link zum Blogeintrag über die Einbringung des Antrages

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Kasseler Rathauspiraten – volle Flaute

Also eines gleich vorweg. Dass die von den Piraten für die Fragestunde der letzten Stadtverordnetensitzung  angemeldete Frage aus formalen Gründen nicht behandelt wurde, dafür können die beiden Piraten-Aushilfen im Stadtparlament nichts. Das ist der klassische Nachteil der Minderheit. Sie werden als Nicht-Fraktion von den Abläufen ausgeschlossen und zu dem Zeitpunkt, wo die Frage eingereicht wird, ist die Tagesordnung für sie noch nicht bekannt. Dass dort also eine Dopplung droht können sie nicht ahnen. Aber sonst?

Immerhin, kaum das ein knappes Jahr rum ist, schon eine Frage in der Fragestunde. Ein schöner parlamentarischer Erfolg. Der Rest der Sitzung fand dann wie immer ohne die Beteiligung der Piraten statt. War ja auch echt langweilig.

  • Ein Antrag zum Rüstungsstandort Kassel. So viel interessierte Menschen wie nie als Zuschauer. HNA und FR berichten umfangreich. Warum sollte sich ein Pirat da zu Wort melden.
  • Ein Antrag zum Baustopp bzw. der Kostenentwicklung beim Flughafen Kassel-Calden. Für Piraten kein Thema.
  • Was haben wir noch? Richtig. Ein Antrag zum Erhalt der Bezirksstellen. Bürgernähe. Also bitte, warum sollte sich ein Pirat hier beteiligen.
  • Und dann noch eine Initiative gegen weitere Privatisierungen im Bereich Müllentsorgung. Ob’s den Stadtreinigern nun gut geht oder schlecht? Ob die Gebühren steigen oder nicht, die Piraten in der Kasseler Stadtverordnetenversammlung ruhen in sich.

Immerhin, an den Abstimmungen beteiligen sie sich! Ich will ja nicht nur meckern.

Link zum Thema Piraten in die Parlamente – JA!! Aber warum in Kassel?

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Flughafen Kassel-Calden vermittelt erste Brieffreundschaften

Reisen verbindet die Menschen und nicht selten entstehen daraus Brieffreundschaften. Im Falle des Flughafens Kassel-Calden ist das gelungen, bevor die erste Maschine vom neuen Airport abgehoben hat. Was ist geschehen?

Die Kasseler Linke hat in der Stadtverordnetenversammlung am vergangenen Montag einen Antrag zur Abstimmung gestellt, in dem es um die Kostenexplosion des Flughafen-Neubaus und um die Forderung eines Baustopps ging. Der Chefredakteur des Extra-Tips, Rainer Hahne, in Kassel fühlte sich durch diese Initiative so angeregt, dass es sowohl in der Online- wie in der Printausgabe unter der Überschrift „Briefwechsel“ einen offenen Brief an mich richtete. Der Inhalt war dann allerdings eher kritisch. Aber nicht alle Freundschaften verlaufen stets harmonisch (ich erinnere an Casablanca.). Auf jeden Fall habe ich die Einladung zum Briefwechsel natürlich angenommen. Hier zeigt sich allerdings ebenfalls noch ein Punkt, bei dem sich die Qualität der Brieffreundschaft als entwicklungsfähig erweist. Wie o.e. erschien der Brief von Herrn Hahne online und in der Druckausgabe. Meine Antwort soll es nur bis in die online-Ausgabe schaffen.  Die Welt ist schlecht, ich kann es nicht früh genug begreifen…… .

Link zum Antrag der Kasseler Linken

Link zum Brief von Extra-Tip Chefredakteur, Rainer Hahne, an Kai Boeddinghaus

Link zur Antwort von Kai Boeddinghaus

PS.: Übrigens hat doch zur großen Überraschung tatsächlich auch ein Mitglied der SPD-Fraktion für unseren Antrag gestimmt.

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Linke Kommunalpolitik – 16 Bundesländer, 16 Porträts, 1 x Kassel

Der Hamburger VSA-Verlag hat in seiner Reihe von Büchern zu linker Kommunalpolitik nun ein Buch mit 16 Porträts von Menschen heraus gebracht, die sich mit oder ohne Parteibuch für linke Kommunalpolitik engagieren. Freundlicherweise hat man sich für das Bundesland Hessen für mich entschieden. Die Nordhessische.de hat vom Verlag eine Genehmigung bekommen, mein Porträt zu veröffentlichen.

»Das Teufelchen sagt, du wirst Oberbürgermeister, ich antworte: Hast du noch alle Tassen im Schrank?«

Kai Boeddinghaus | Stadtverordneter


“In einer Kneipe sitzen und reden. »Kassel ist eine schöne Stadt«, sagt Kai Boeddinghaus. »Weit über 50 Prozent der Stadtfläche grün. Hier kann ich sein«, sagt er. »Für mich ist das ein guter Ort.« Am Nachbartisch ein Blind Date. Zwei Fremde treffen sich und versuchen, einander ihr Leben zu erklären. Der Mann erzählt, wie er seine Tage verbringt und wie anstrengend sie manchmal seien, die Tage. Die Frau redet darüber, dass es ihr ähnlich gehe, sie aber vom Leben noch eine Menge erwarte. Mutig, denkt man. Sich so aufzumachen. Einem Fremden gegenüber. Kann aber auch ganz schön schief gehen.” Weiter lesen…….

Link zum Porträt auf Nordhessische.de

Link zu weiteren Informationen über das Buch beim VSA-Verlag

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Rot-Grün gegen Wohnungsprivatisierung: Mögen hätten sie schon wollen, aber dürfen haben sie sich nicht getraut.

Wo gibt es noch Wachstum? Wo boomt es in Deutschland? Auf einem Feld brauchen wir uns da nicht zu sorgen. Das Wachstum beim Unterschied zwischen Schein und Sein bei Rot und Grün ist ungebrochen – zumindest in Kassel. Was die Grünen in Kassel mittlerweile alles mitverantworten (Flughafen, Kombibad, Salzmann, Langes Feld) passt auf keinen ökologischen Bierdeckel mehr. Wie viel oder besser wenig „sozial“ in einer Partei noch übrig ist, die wie die SPD in Kassel den Transferleistungsempfängern (außer den Banken natürlich) quasi den Krieg erklärt hat, ist eine Frage, deren Beantwortung nur denen schwer fällt, die sich emotional der SPD verbunden fühlen.
Und wenn Rot-Grün in Kassel eine eben erst eine private und über Studiengebühren finanzierte Uni auf den Weg bringen passt auch das ins schlechte Bild.

Heute also das Thema „Wohnen“.

Die schwarz-gelbe Landesregierung will nun endlich mit dem Verkauf der Wohnungsbaugesellschaft Nassauische Heimstätte/Wohnstadt Kasse machen. Auf Landesebene leisten SPD und Grüne (natürlich auch die Linke) tapfer Widerstand. In der HNA lese ich wohlfeile Stellungnahmen der grün-rot-politischen Scheinriesen gegen diesen Privatisierungsmist. Soweit, so gut.
Nun hat die Fraktion der Kasseler Linken einen Antrag gestellt, der dem landespolitischen Privatisierungswahn entgegentreten will. Da sollte es eigentlich freundliches Interesse der Roten und Grünen in Kassel geben. Das gilt umso mehr, als ein fast gleichlautender Antrag der Grünen-Fraktion vom März 2008 mit den Stimmen  einer Riesenkoaltion von FDPCDUSPDGRÜNENLINKEN (jaaaa, wir haben mal wieder gemeinsam mit dem Klassenfeind abgestimmt) noch eine Mehrheit fand. Der Magistrat aber hat bis heute den damaligen Prüfungsauftrag einfach nicht ausgeführt. Wäre ja noch schöner, wenn der hauptamtliche Magistrat dieser Stadt jetzt jeden Beschluss dieser lästigen Feierabendpolitiker/innen ausführen würde. Und heute? Heute wollen Sozen und Grüne nix mehr davon wissen. Also haben Sie den Antrag der Linken abgelehnt. Auch da war das Verhalten 2008 noch etwas differenzierter. Da stimmte man dem linken Antrag zumindest in Teilen sogar zu. Jetzt aber droht der Praxistest. Und da gilt: warme Worte gab’s schon. Das muss langen.

Link zur Pressemitteilung der SPD

Link zur Pressemitteilung von BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN

Link zum aktuellen Antrag der Kasseler Linken

Link zur Niederschrift über die Abstimmung der Anträge im März 2008

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Kasseler Linke beteiligt sich an der Haushaltsabstimmung – na und?

Dass die Kasseler Linke dem Haushalt der Stadt Kassel für das Jahr 2012 nicht zustimmen würde, ist klar und entspricht unseren politischen Vorstellungen, die eben grundlegend andere sind, als die von ROT und GRÜN. Aber es hätte auch gute Gründe gegeben, sich an der Abstimmung gar nicht mehr zu beteiligen.

Wer sich dafür interessiert, ist herzlich eingeladen, nachzufragen. Eine weitere Möglichkeit ist die Lektüre der diesjährigen Haushaltsrede und sich dabei die kommenden langen Winterabende zu verkürzen,. Wer nicht gleich sanft entschlummert, bekommt eine Ahnung, was uns als Kasseler Linke so umtreibt.

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Als die Grünen einmal aus Versehen für das „Lange Feld“ stimmten

Also die GRÜNEN in Kassel sind ja gegen die Bebauung des „Langen Feldes“ als Gewerbegebiet. So steht es jedenfalls in der Zeitung und dann muss es ja auch stimmen. Und die GRÜNEN sagen das auch selber von sich. Dann muss es wirklich stimmen. Nur manchmal kommen die GRÜNEN bei den Abstimmungen durcheinander.

Beim Flughafenneubau Kassel Calden ist es so: Da sind die GRÜNEN auch dagegen. Nun haben sie sich aber entschlossen, mit der SPD in Kassel zusammen die Strippen zu ziehen und dafür die Kröte Flughafen zu schlucken. Das kann man falsch finden, ist aber zumindest öffentlich kommuniziert. Praktisch bedeutete dies, dass die GRÜNEN in den Haushaltsberatungen regelmäßig Anträge gegen die Bereitstellung von Geld für den Flughafen stellten, bzw. entsprechende Anträge der Kasseler Linken unterstützen. Das blieb stets folgenlos, weil SPDCDUFDP mit Mehrheit solche Anträge abgelehnt haben. In der Schlussabstimmung über den Haushalt haben die GRÜNEN dann, wie gesagt, die Kröte geschluckt und den Haushalt samt Flughafen mitgetragen.

Wenn man diese Logik auf das Projekt „Langes Feld“ überträgt, würde dies also bedeuten: Einzelanträge, die gegen das Lange Feld gerichtet sind, unterstützen die GRÜNEN – bei der Gesamtabstimmung schlucken sie eine Kröte. Tatsächlich machen die GRÜNEN das aber nicht. Sowohl bei den Haushaltsabstimmungen 2010 und 2011 haben die GRÜNEN die Einzelanträge der Kasseler Linken,  das Geld für das Lange Feld aus dem Haushalt zu streichen, abgelehnt. Eigene Anträge diesbezüglich haben sie erst gar nicht gestellt. Wenn man aber Geld für das Lange Feld nicht streichen will, dann stimmt man diesem Projekt defacto zu.

Warum? Mmmh……….., weil es Anträge der Kasseler Linken waren? Weil die GRÜNEN wie beim Flughafen nach außen einen Widerstand vortäuschen, von dem sie sich längst verabschiedet haben? Vielleicht auch nur, weil sie sich vertan haben? So einfach ist Politik ja auch nicht. Da kann man bei Abstimmungen schon mal durcheinander geraten.

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Noch ein Akteneinsichtsausschuss zum Thema „Kosten der Unterkunft“ – warum?

Eines ist klar. So ein Akteneinsichtsausschuss macht keinen Spaß. Warum also hat die Fraktion der Kasseler Linken nun noch wieder einen und schon wieder einen zum Thema „Kosten der Unterkunft“  (KdU) beantragt? Warum werde ich für die Fraktion die Stunden schrubben und mich in die Akten wühlen? Untenstehend die Rede zur Erläuterung unseres Antrages. Zuvor ein kurzer Rückblick.

  • Die Stadt Kassel hat von Beginn der Hartz-IV-Gesetzgebung die Leistungen für Miete, Heizung und Nebenkosten pauschal ausgezahlt.
  • Zu keiner Zeit gab es ein schlüssiges Konzept, wie diese Pauschale angemessen zu berechnen war.
  • Eine Pauschalierung der Leistungszahlungen war durch das Gesetz ausdrücklich nicht legitimiert.
  • Seit 2007 wusste die Stadt um die Problematik und hat systematisch Urteile vermieden, damit die unerlaubte Praxis nicht publik wird.
  • Im Frühjahr 2009 wurde bekannt, dass ca. 7000 Haushalte (1-2-Personen) höhere Kosten haben, als durch die Pauschale gedeckt wurden.
  • Im Sommer 2009 wurde durch ein erneutes Urteil des Bundesverwaltungsgericht nochmals klargestellt: Pauschalen sind rechtswidrig.
  • Im Januar 2010 beschloss die Stadtverordnetenversammlung die Abschaffung der Pauschalen.
  • Die Nachfolgeregelung benachteiligte die Betroffenen noch mehr; war noch rechtswidriger.
  • Allein bis Herbst 2010 verlor die Stadt in drei Eilverfahren vor dem Sozialgericht.
  • Im November erstattete die Kasseler Linke Strafanzeige gegen den Sozialdezernenten und den Geschäftsführer der AFK.
  • Am 30.12.2010 erklärte die Stadt, nach anerkannten Regeln die Auszahlungen vorzunehmen und den Betroffenen Nachzahlungen für die letzten 18 Monate zu leisten.
  • Im Februar 2011 versprach die Stadt, dass die Nachzahlungen bis spätestens August 2011 erledigt seien.
  • Im Frühjahr 2011 stellte die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen ein. Das rechtswidrige Handeln der Stadt wurde dabei jedoch ausdrücklich betont. Lediglich die Täuschungshandlung wurde mangels nachzuweisendem Vorsatz verneint.
  • In zwei Sitzungen des Sozialausschusses erklärte der Sozialdezernent, er wäre nicht in der Lage zu ermitteln, wie vielen Betroffenen wie viel Geld nachgezahlt werden mussten.
  • Im September 2011 meldete sich der erste Betroffene, dessen Nachzahlung nur einen Teil der 18 Monate erfasste.

Was blieb angesichts der Dreistigkeit, die Zahlen nicht zu ermitteln und der Unfähigkeit, die berechtigten Nachzahlungen zu leisten. Es blieb nur dieser Weg. Der Dezernent will und kann nicht. Und von der großen Koalition aus CDUFDPSPDGRÜNEN ist nicht zu erwarten, dass sie den notwendigen Druck aufbauen.

Link zur Rede (Begründung) bei der Einsetzung des Akteneinsichtsauschuss in der Stadtverordnetenversammlung am 12. 12. 2011

Link zur Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft (Auszug)

Link zur Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft (vollständig)

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Piraten in die Parlamente – JA!! Aber warum in Kassel?

Ich halte die Piratenpartei ja insgesamt für eine demokratische Bereicherung. Ob die zwei Sitze, die die Piraten nun im Kasseler Stadtparlament innehaben nun auf Kosten auch der Linken gegangen sind, ist mir dabei ziemlich wumpe. Auch in der Linken, und warum nicht auch in Kassel, besteht die Gefahr, sich in gewohnten Strukturen zu verlaufen und zu verfangen. Da ist eine Auffrischung grundsätzlich zu begrüßen.
Dass eine politische Kraft  wie die Piraten dabei eine gewisse Anlaufzeit brauchen, finde ich ebenfalls selbstverständlich. Sie sind etwas Neues und sie versuchen etwas Neues. Also ist Geduld gefragt und ein Ausdruck politisch interessierte Fairness.
Die Frage muss aber erlaubt sein, wie viel Geduld die Kasseler Piraten-Protagonisten noch so brauchen. Das fängt schon damit an, dass deren zwei Stadtverordnete unter dem Gesichtspunkt des „Auffrischens“ nicht unbedingt die besten Aushängeschilder sind. Der Herr Beyer hat sich und andere zuvor schon kräftig mindestens bei attac, der Nordhessischen und – ja auch – der Kasseler Linken verbraucht. (Die Aufzählung erhebt dabei keinen Anspruch auf Vollständigkeit.) Der Herr Petersen hat ja auch in diesem Jahr nicht zum ersten Mal bei einer Wahl kandidiert. Beide sind nach meiner Kenntnis auch erst im Zusammenhang mit der letzten Kommunalwahl bei den Piraten eingetreten. Also, man kann beiden vieles vorwerfen. Besondere Frische gehört aber nicht dazu.

Aber nun sitzen die beiden in der Stadtverordnetenversammlung und das ist ja auch in Ordnung. Was die beiden außer sitzen da nun machen ist nicht ganz klar. Als am Montag der Haushalt beschlossen wurde, waren die Piraten die einzige politische Gruppierung –  von  „politischer Kraft“ kann man bei den beiden Piraten-Vertretern ebenso wenig sprechen, wie von der Frische, die sie da mitbringen – , die sich gar nicht zum Haushalt zu Wort meldeten. Auch im Finanzausschuss galt bisher nur die Devise „dabei sein ist alles“.
Die Recherche im kommunalen Bürgerinformationssystem der Stadt Kassel verzeichnet eine Anfrage der Piraten seit der Kommunalwahl im März bis zum heutigen Tag. Ein Antrag oder eine Initiative findet sich gar nicht.

Also Piraten in die Parlamente? Ja! Auch in Kassel? Ja! Das Warum wird sich möglicherweise und hoffentlich noch mal klären. Sonst erledigt sich das mit den Piraten von selber und es werden andere für die Auffrischung sorgen müssen.

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Stadtparlament ohne Pressefreiheit

Eigentlich eine einfache Sache. Artikel 5, Absatz 1 unseres Grundgesetzes formuliert „Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.“ Aber nicht alle verstehen das. Deswegen gibt es noch das Hessische Pressegesetz. Dort steht im Paragraph 2, Absatz 3 „Die Pressetätigkeit darf von keinerlei Zulassung abhängig gemacht werden.“ Nun ist nicht auszuschließen, dass es immer noch Menschen gibt, die nicht begreifen, was das so praktisch bedeuten kann – z.b. in einem Gremium wie der Kasseler Stadtverordnetenversammlung. Also wird die Logik all dieser Bestimmungen zur Sicherung der allgemeinen Pressefreiheit auch noch einmal in der Geschäftsordnung der Stadtverordnetenversammlung formuliert. Paragraph 14, Absatz 3 „Die Sitzungen der Stadtverordnetenversammlung und der Ausschüsse sind grundsätzlich öffentlich.“ und dann  Paragraph 35, Absatz 3, „Die Verteilung von Schriftstücken, Ton-, Foto- und Filmaufnahmen mit Ausnahme der öffentlichen Medien im Sitzungssaal einschließlich des Zuhörerraumes sind ohne vorherige Zustimmung des Stadtverordnetenvorstehers bzw. der Stadtverordnetenvorsteherin unzulässig.“

Also eigentlich alles einfach. Nun können aber nicht alle lesen und die, die lesen können tun sich mit dem Verstehen schwer. Leider gehört zu letzteren auch die amtierende Stadtverordnetenvorsteherin. Die meint nämlich, alle  Ton-, Foto- und Filmaufnahmen seien zustimmungspflichtig. Tatsächlich werden Aufnahmen „öffentlicher Medien“ aber ausgerechnet von diesem Genehmigungsvorbehalt ausgenommen. Und so sollten HR, RTL etc. gestern in der Sitzung filmen dürfen,  aber ein kleiner Journalist nicht und Tonaufnahmen des Freien Radio Kassel sollten auch unterbleiben.

Der Rest ist peinlich. Den Antrag der Kasseler Linken auf Einberufung des Ältestenrates lässt die Stadtverordnetenvorsteherin abstimmen. Ein absolutes Novum. Üblich ist, dass auf Antrag einer Fraktion die Sitzung dafür unterbrochen wird. SPD und Grüne sind sich dann nicht zu schade, dass tatsächlich auch abzulehnen und es brauchte  noch (m)eine persönliche Erklärung in der Sitzung, bis rudimentäre Reste von Verstand greifen und es immerhin zu einer Sitzung des Ältestenrates kommt. Fast 20 Minuten wurde dort gestritten. Eigentlich genug Zeit für die Exegese der wenigen Texte (s.o.). Aber eben nur eigentlich. Deswegen ging die Sitzung weiter und die uneingeschränkte Pressefreiheit blieb erstmal auf der Strecke.

Wenn wir anfangen, nach groß und klein, seriös und unseriös oder relevant und weniger relevant bei den Medien zu sortieren, dann sind wir auch gleich wieder am Ende – mit der Pressefreiheit nämlich. Am Rande der Sitzung wurde deutlich, dass dem einen oder andere Rot/Grünen dämmerte, was da angestellt worden war. Dass es speziell unter den Roten und Schwarzen allerdings noch erhebliches Entwicklungspotential beim Erkenntnisgewinn gibt, zeigt die kleine Debatte die sich dazu auf dem Facebook-Profil von KasselAssel entwickelt hat.

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